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| 2.8.2026 MARATHON am LECH - Historic Route |
| Autor: Bernie Manhard |
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Mein ambitioniertes Ziel, bei jedem Marathon am Lech eine deutlich veränderte Streckenführung zu präsentieren, gelingt mir auch wieder bei der achten Auflage. Größtenteils identisch mit der vorjährigen „City-Wall-Strecke“ sind An- und Ablauf vom Weitmannsee bis zum Hochablass, dazu noch der Abschnitt an der Stadtmauer entlang. Neu hingegen ist heuer eine zweite City-Schleife, die uns noch an weiteren historischen Stätten von Augsburg vorbeiziehen lässt. So bekommt die Ausgabe heuer den Zusatz: Historic Route. Inspiriert ist die Schleife von einem Abschnitt der Streckenführung des Augsburger Friedensmarathons, dessen 1. Auflage fast genau 15 Jahre zurückliegt. Leider kam dessen Ende bereits nach der 2. Auflage 2012.
Die aktuelle Trockenheit mit viel Sonne und hohen Temperaturen lässt mich noch kurzfristig, ein paar essenzielle Änderungen am Kurs vornehmen. Ohne auseichend Wasser würde der Lauf sicher für keinen ein Vergnügen werden. Aber die Stadt Augsburg ist in dieser Sicht seit Jahrhunderten bekannt für perfektes Wassermanagement, um ihre Bürger mit Wasser zu versorgen. In unserem Fall handelt es sich um Trinkwasserbrunnen. Davon gibt es mehr als 25 im Stadtgebiet und einige liegen in unmittelbarer Nähe unseres Kurses. Ein paar geringfügige Streckenänderungen genügen, damit wir ausreichend mit Wasser in Trinkwasserqualität versorgt werden können.
Erstmalig findet der Marathon am Lech heuer an zwei Tagen statt. Das ist nicht vom London Marathon 2027 abgekupfert, welcher beim Jubiläum wegen eines Rekordandrangs von über 1,3 Millionen Bewerbern einmalig auch an zwei Tagen stattfinden wird, sondern ist dem Umstand geschuldet, dass der Termin am Sonntag für Michael und Yvonne nicht passt. Da sie aber gerne dabei wären, weil ihnen noch ein längerer Trainingslauf für den Mauerweglauf in Berlin fehlt, wo sie im Duo antreten, dürfen sie bereits am Samstag starten. Um keine Probleme mit einer offiziellen Anerkennung beim 100MC zu bekommen, wo drei Starter vorgeschrieben sind, schließt sich ihnen noch Dieter an.
Am frühen Samstagnachmittag kann ich dem Starter-Trio am Weitmannsee die Medaillen überreichen. Noch am Freitag herrschten in unserer Gegend Temperaturen bis 38 °C. Ein Unwetter drückte aber die Wärmegrade wieder unter 30, sodass am Samstag mit vielen Wolken ganz passables Wetter angesagt ist. Yvonne hat den meisten Power und kann die Jungs kurz vor dem Ziel noch abhängen und unter 5 Stunden als schnellste Frau des Wochenendes das Ziel erreichen.
Am Sonntag haben sich 10 Starter*innen eingefunden, ich freue mich ganz besonders, dass Charly trotz seiner gesundheitlichen Defizite zugesagt einen Abschnitt mit uns mitzulaufen. Aus München kommen Judith und Andreas mit dem Zug und aus dem Raum Stuttgart hat sich Axel noch kurzfristig angemeldet. Russell kommt aus England und fährt rechtsgesteuert ein. Sein Arbeitsplatz ist derzeit in Germering, so nützt er die Möglichkeiten Bayern kennenzulernen. Damit sind wir ein recht „internationales“ Starterfeld. Vor dem Start kann ich wie immer bereits die Medaillen überreichen. Wegen der zu erwartenden großen Zeitunterschiede gibt es sie immer vorab.
Russell kann ich noch instruieren, sich der schnelleren Gruppe mit Christoph und Frank anzuschließen. Beim Isar-Süd Marathon und Tegernsee Marathon lief er die ersten Kilometer immer noch mit Andreas, Judith und mir und setzte sich erst später von uns ab, um in seinem normalen Tempo zu laufen. Anschließend wird runtergezählt und um 9 Uhr geht’s los.
Direkt am Lech entlang führt uns der Uferweg bis zum Hochablass, hier wechseln wir die Lechseite. Ursprünglich führte der Track an der Olympischen Kanustrecke entlang, aber an der ersten Brücke über den Eiskanal, am Gebäude der Augsburger Kanu-Vereine, greift eine erste kleine Streckenkorrektur. Wir laufen auf der etwa 100 Meter weiter westlich liegende Spickelstraße weiter, dort erreichen wir wenig später das historische Wasserwerk. Gegenüber dem Eingang wurde 2009 ein Wasserspender installiert. Auf Knopfdruck gibt es für uns nach 8 km frisch sprudelndes Trinkwasser, was den kleinen Umweg in jedem Fall wertvoll macht.
Einen Besuch wert wäre auch unser altes Wasserwerk, es ist von März bis November an jedem ersten Sonntag im Monat von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Hier begann 1879 in Augsburg die moderne Wasserversorgung. Die Anlage war zur damaligen Zeit wegweisend. Die eingebaute Technik der Firma MAN wurde hier erstmals eingesetzt und war eine technische Sensation. Es war das erste Wasserwerk weltweit, das eine Wasserversorgung ohne Wassertürme ermöglichte. Ein ausgeklügeltes Pumpensystem mit angeschlossenen Druckwindkesseln, brachte das Wasser direkt in die Haushalte. Als Teil des ausgezeichneten Augsburger Wassermanagement-Systems wurde es 2019 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Charly verabschiedet sich von uns und macht sich auf den Rückweg. Für Judith, Andreas, Axel, Udo und mich geht es weiter den Lech flussabwärts. Greppi hängt etwas hinterher. Nach dem Bundesleistungszentrum für Kanuslalom und Wildwasser wechseln wir wieder direkt an den Uferbereich. Über den Osramsteg gelangen wir auf die andere Flussseite, wo wir nach 12 km den Flößerpark passieren. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Wasserspielplatz mit Wasserspiel-Elementen und einer mit Graffiti gestalteten Kletterwand. Für uns interessant ist eine Wasserpumpe, aus der wir uns erfrischen und trinkbares Wasser pumpen können. Dafür müssen wir aber erst einmal ein paar Kids verscheuchen.
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An der MAN-Brücke siedeln wir über in Richtung Innenstadt. Ich weiß gar nicht, ob sie noch immer so heißt, nachdem sich die MAN vor Kurzem in Everlance umgetauft hat? In der Thommstraße erreichen wir eines der besterhaltenen Teile der historischen Stadtmauer, der Großteil ist weitestgehend im 19. Jahrhundert abgetragen worden. Die Reste der noch bestehenden Stadtmauer umfasst eine Gesamtlänge von etwa vier Kilometern, wovon wir einen Großteil passieren. In etwa 300 Meter Entfernung liegt das Fischertor vor uns, es ist eines von noch fünfen, die noch erhalten sind und auch das einzige, an dem wir heute nicht direkt vorbeikommen. Um Augsburg vor Überfällen und Plünderungen zu schützen, errichtete man die Stadtmauern mit vorgelagerten wassergefüllten Wällen. Über 11 Tore konnte man in die damalige Reichsstadt gelangen.
Ein Durchlass führt uns innerhalb der Stadtmauer hinauf zur ehemaligen Festung Lueginsland. Ursprünglich befand sich hier ab dem Jahr 1430 nur ein Turm zu Beobachtung des Umlandes. Mitte des 16. Jahrhunderts erfolgte dann der Ausbau zur Bastion. 1866 erfolgte die Aufhebung der Festungseigenschaft Augsburgs, sodass auch die Lueginsland-Bastion ihre Bedeutung verlor. Nachdem ein Teil der Anlage zurückgebaut worden war, wurde der Rest sich selbst überlassen. Aufgrund akuter Baufälligkeit begannen 1915 umfangreiche Sanierungsarbeiten. In diesem Zuge wandelte die Stadt die Anlage auch in eine öffentlich zugängliche Grünanlage um. Auf der oben gelegenen Fläche ist heute ein Biergarten mit schattigen Kastanienbäumen. Wir sind zu früh dran, er öffnet erst um 11.30 Uhr.
Durch den Biergarten geht es auf Treppenstufen wieder runter von der Festung und weiter an der östlichen City Wall entlang. Kurz vor der Schwedenstiege steht in einer Mauernische am Dohlenturm der „Stoinerne Ma“, eine der bekanntesten Augsburger Sagengestalten. Der Bäcker Konrad Hackher, soll Augsburg mit einer List im 30-jährigen Krieg gerettet haben. In Erinnerung an seine Heldentat wurde ihm ein Denkmal errichtet. Die aus verschiedenen Fragmenten zusammengesetzte Figur aus Stein steht an der Stadtmauer aber erst seit 1955, ursprünglich befand sie sich an der Ecke Unteren Graben und Pulvergäßchen.
Am Fuße der Schwedenstiege erreichen wir den ersten von zwei Venezianischen Muschelbrunnen. Sie wurden 1950 von einem Münchener Kunsthändler, wo sie auch standen, der Stadt Augsburg zum Geschenk gemacht. Ursprünglich stammten sie aber aus Venedig. Das Wasser sprudelt zwar nur als dünner Strahl heraus, hat aber ebenfalls von der swa zertifizierte Trinkwasserqualität. So dauert unsere Wasserversorgung etwas.
Kurz nach links und anschließend über den Unteren Graben geht es zum Oblatterwall mit der Kahnfahrt im Äußeren Stadtgraben. Die Gruppe am Samstag ist am Unteren Graben versehentlich nach rechts gelaufen, was ihnen ein paar Zusatzmeter eingebracht hat, bis sie es bemerkt haben. Unsere Route führt uns weiter an den Grenzen, der Jakobervorstadt entlang. Hier wurde das Stadtgebiet 1340 erweitert und ab 1450 mit der Stadtmauer samt Türmen und Toren versehen. Nach dem filigranen Fünfgratturm, der seiner Zeit in die Stadtmauer integriert war, erreichen wir das Jakobertor.
An der Nordostecke der Stadterweiterung ist auf einer Erhöhung noch die 480 Jahre alte Bastion mit dem Jakoberwallturm erhalten. Als ich seiner Zeit die Route für meine „City-Wall- Ausgabe“ erkundete, habe ich die Festung auch besucht und überlegt den etwas mühsamen Aufstieg mit in die Route zu integrieren, aber verworfen. Der besondere Gag wäre der Abstieg über eine 18 Meter lange in den Hang des Stadtgrabens angepasste Edelstahlrutsche gewesen. Vielleicht überlege ich es mir ja noch einmal, für eine andere Auflage.
Im Jakoberwall drehen wir wieder nach Süden bis zum Vogeltor. 1538 entstand hier ein Wasserwerk am Inneren Stadtgraben. Wo bis 1843 das Pumpwerk lag, können wir rechterhand heute noch das alte hölzerne Wasserrad drehen sehen. Am Stadtgraben entlang und durch die Rote-Torwall-Anlagen erreichen wir nach 18 km den Eingang zum Roten Tor. Hier war früher der südliche Zugang zur Stadt durch die, die berühmte Römerstraße Via Claudia Augusta führte. Das erste funktionierende Wasserwerk für die Trinkwasserversorgung der Stadt entstand 1434 ebenfalls hier. Mit drei Wassertürmen, zwei Brunnenmeisterhäusern, sowie dem Aquädukt samt nachfolgendem Kanal stellt das Architekturensemble des Wasserwerks ein europaweit einzigartiges Denkmal der Trinkwasserversorgung dar. |
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Am Roten Tor endet unser City-Wall-Abschnitt und damit auch alles, was von der alten Stadtmauer noch übriggeblieben ist. Was westlich von hier lag, wurde ab 1867 abgerissen. Für uns geht es zunächst wenig spektakulär durch Stadtgebiet zum Wittelsbacher Park. Bisher hatten wir in den vielen Grünanlagen auch sehr viel Schatten, dadurch wirklich einen angenehmen Lauf. In der Morellstraße merkt man jetzt aber, dass es langsam heiß wird.
Am Eingang zum Wittelsbacher Park haben wir einen sehr schönen Blick auf den „Maiskolben“, dem Hotelturm. Einschließlich Antenne misst er 167 m, und ist damit das höchste Bauwerk im Raum Augsburg und eines der zehn höchsten in Bayern. Sein berühmtes Vorbild sind die Marina-Towers in Chicago, da gibt’s zwei davon. Weniger schön ist die Ruine des ehemaligen Parkhauses neben der Kongresshalle. Ein einzelner Anteilseigner mit 0,4% Anteil verhindert in der privaten Eigentümergemeinschaft jede Lösung zur Bereinigung dieses Schandflecks.
Am Eingang zum Park, wartet wieder Trinkwasser auf uns. Um das Jahr 1900 wurden über die ganze Stadt verteilt gusseiserne Trinkbrunnen aufgestellt, einer davon steht hier. Natürlich ist er heute mit dem Trinkwasser-Siegel versehen. Seit einigen Wochen gibt es in der Grünanlage auch jeden Samstag um 9 Uhr den Wittelsbacher Parkrun über 5 km. Wir drehen nur eine verkürzte Runde im Park und erreichen am hinteren Ende die Augsburger Sporthalle. Bei ihrem Anblick kommen bei mir viele Erinnerungen hoch. Als Jugendlicher durfte ich einige Mal im Winter beim Hallenfußball teilnehmen, dazu kamen später einige tolle Rockkonzerte. Zuletzt war ich in der Halle bei den beiden Friedensmarathons an der Startnummernausgabe aktiv. Mein Höhepunkt war aber sich der Showkampf 1976 mit Muhammad Ali, wo ich mit 2.000 anderen Fans vor Ort war. Seine Sparringspartner bei zwei kurzen Schaukämpfen waren damals Karl Mildenberger und der Amerikaner Jimmy Ellis. Seit Jahren wird die mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Halle umfassend saniert und gerade mal 400 Menschen dürfen sich derzeit bei Sportveranstaltungen auf den Tribünen aufhalten.
Einen weiteren Sanierungsfall passieren wir 300 Meter weiter. Obwohl in das Rosenaustadion auch einiges investiert wurde, sind die großen Zeiten längst vorbei. Zur Eröffnung 1951 sprach man von einer der größten und modernsten Anlagen im Bundesgebiet für bis zu 30.000 Zuschauer. Heute dürfen nur mehr ein paar hundert auf die Haupttribüne, der Rest ist wegen des brüchigen Betons gesperrt. Aber immerhin, Platz und Leichtathletikanlage sind in Top-Zustand.
Von der Rosenau geht es direkt an die Wertach und an ihr entlang 3 km nordwärts, was uns auch wieder einige schattige Abschnitte beschert. Der Abschnitt ist uns auch schon von einem Marathon am Lech bekannt, vor zwei Jahren sind wir aus der anderen Richtung gekommen. Am Plärrergelände ziehen wir wieder Stadteinwärts. Noch ein Sportstadion. Rechts liegt der Spielort der Augsburger Panther. Kurz darauf gibt es wieder Wasser für uns. Ein weiterer gusseiserner Brunnen steht zu Beginn der Wertachbrucker-Tor-Straße am Senkelbach. Nur eine kleine Streckenverlängerung war nötig, um uns zum kostbaren Trinkwasserspender zu führen.
Als letztes Tor von noch fünf erhaltenen fehlt uns noch das Wertachbrucker Tor aus dem 14. Jahrhundert in der Sammlung. Wie so vieles in Augsburg wurde auch der Turm 1605 von Elias Holl erhöht und ausgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurden hier mehrere Angriffe der Schweden und Franzosen abgewehrt und Napoleon war auch hier, 1805 zog er durch das Tor in die Stadt ein.
Einen kurzen Abstecher machen wir durch den Hofgarten. Im hinteren Teil der Grünanlage befindet sich der Hofgartenbrunnen mit mehreren Wasserfontänen, den wir kurz zum Erfrischen nützen können, aber um daraus zu Trinken ist er nicht geeignet. Direkt daneben liegt der Frohnhof, im Mittelalter war er Turnierplatz für die Ritter. Am Übergang vom Frohnhof zum Dom liegt die Römermauer, hier sind einige der schönsten und wichtigsten in Augsburg geborgenen Steindenkmäler ausgestellt. Überall gibt es viel zu erzählen, so zieht sich unsere „Historic Route“ in die Länge.
Das Rathaus und den Perlachturm, die Wahrzeichen der Stadt Augsburg, rollen wir von hinten auf. Hinter der Metzg und dem Elias-Holl-Platz geht es die Treppen hoch zum Rathausplatz. Auch wenn der Perlachturm gerade renoviert wird und fast vollkommen abgebaut und entkernt ist, oder vielleicht auch gerade deshalb, ein beeindruckendes Bild bietet er immer noch. Der Kuppel mit der Turmzwiebel steht vor dem Rathaus. Zusammen mit dem Rathaus bildet der Perlachturm das Wahrzeichen der Stadt Augsburg. Bereits im Jahr 989 wurde er mit etwa 30 Meter Höhe erbaut und als Wachturm genutzt. Erst 1562 kam es zur ersten größeren Umbaumaßnahme, dabei wurde er auf 63 Meter aufgestockt. In den Jahren 1612 bis 1618 bekam er dann sein heute noch bestehendes Gewand, natürlich durch den Stadtbaumeister Elias Holl. Er setzte dem Turm seine charakteristische Zwiebelhaube auf und erhöhte ihn damit um weitere sieben Meter. Nach weit über 400 Jahren im heutigen Zustand ist er halt jetzt sanierungsbedürftig. Spätestens 2028 soll er wieder zu betreten sein.
An der Häuserfront des Bürgerhofs am Rathausplatz entlang ziehen wir zur Philippine-Welser-Straße und weiter zur Maxstraße. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so wenige Menschen in der Innenstadt gesehen zu haben. Den Leuten ist wohl zu heiß für einen City Besuch. Uns kanns rechts sein, so haben wir die Innenstadt fast für uns allein. Auf der Maxstraße können wir ungehindert in der Straßenmitte laufen. Auch weil hier gerade die Stände eines Weinfestes aufgebaut sind, wodurch der Autoverkehr ferngehalten wird. |
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Von der Spitalgasse herkommend, erreichen wir nach 29 km wieder das Rote Tor, wo unsere zweite City Schleife beendet ist. Rechts des westlichen Eingangstores liegt der Zwilling des venezianischen Spätrenaissancebrunnens an der Schwedenstiege. Der ursprünglich an einer anderen Stelle in der Wallanlage aufgestellte Brunnen war 1976 wieder abgebaut worden, da er durch Witterungseinflüsse stark beschädigt war. Danach lagerte er auf dem städtischen Bauhof. Vom ursprünglich aus 350 Einzelteilen bestehende Brunnen waren nur noch 150 erhalten. Zum 2. Augsburger Bürgerfest 1988 wurde er wieder aus seiner Verbannung geholt und neu eingeweiht, nachdem die Steinmetzinnung Augsburg-Nordschwaben für die Restaurierung etwa 1000 kostenlose Arbeitsstunden aufgebracht hatte. Das Wasser läuft hier perfekt, besser als bei seinem Zwillingsbrunnen.
Durch eine Unterführung unterqueren wir gefahrlos die vielen Fahrspuren der Rote-Torwall-Straße und verlassen damit auch die Altstadt. Nur zwei Kilometer weiter liegt im Siebentischwald auf Höhe des Zoos und der Tennisanlage des TCA der nächste Wasserspender. Er wird unser letzter öffentlicher Trinkwasserbrunnen an der Strecke sein, daher füllen wir alle unsere Trinkbehältnisse maximal auf. Das gesamte Trinkwasser Augsburgs kommt hier aus dem Stadtwald, südlich der Stadt, genauer gesagt aus rund 70 tiefen Brunnen im Lechfeld, die von einem starken Grundwasserstrom gespeist werden. Also sind wir hier praktisch, direkt an der Quelle.
Ab Südende des Kuhsees erreichen wir unseren Temperatur-Höhepunkt. Auf der Dammstraße des Lechs sind die letzten Kilometer in der prallen Sonne, bei über 30 Grad C zu absolvieren. Ich komme mir ein bisschen vor, wie ein Hendl am Spieß. Am Auensee steht plötzlich Greppi vor mir, und erzählt mir von seinen Streckenproblemen. Ich habe da größtes Verständnis, kann das gut nachvollziehen. Ist mir auch schon das eine und andere Mal passiert. Es ist nicht ganz so einfach, wenn man ausschließlich nach dem Track auf der Uhr läuft. Wir handeln das bei unseren Privat-Marathons immer so, dass bei Verläufern am Ende die 42,2 km auf der Uhr, bzw auf dem gespeicherten GPX-Track stehen müssen. Daher ist das für ein erfolgreiches Finish für ihn und mich auch kein Problem. Die fehlenden Kilometer müssen halt irgendwo angehängt werden.
Udo, Judith und Andreas sind trotz der Hitze immer noch gut drauf und können sich nach vorne absetzen. Mir fällt es immer schwerer, noch Laufeinheiten einzulegen, so walke ich oft über längere Abschnitte. Am Südende muss noch der Weitmannsee umrundet werden, dann ist es wieder einmal vollbracht. Auch wenn am Lechdamm noch eine Wasserstelle recht gewesen wäre. Ohne das perfekte Wassermanagement der Stadt Augsburg wäre der Marathon am Lech heute deutlich schwerer geworden.
Wir haben heute in Augsburg so ziemlich alles gesehen, was in der Stadt sehenswert ist. Welcher je in Augsburg durchgeführte Lauf, kann das sonst noch von sich behaupten. Natürlich dauerts dann auch a bisserl länger. |
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Bernie
Greppi
Charly |
6:46:20
7:35:43
Teilstrecke |
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