19.04.2026 Munich Urban Trail Marathon
Autor: Bernie Manhard  
 
 
 

Ein kleines Jubiläum feiert heuer der Munich Urban Trail Marathon. Zum fünften Mal wird der MUCUT in der Bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen. Andreas hat immer wieder mal kleine Optimierungen an der Streckenführung vorgenommen, so auch heuer wieder. Wir durchqueren diesmal vor dem Olympiagelände noch das ehemalige Olympische Dorf und den Olympiapark, gestrichen wird dafür die Passage von der Theresienwiese zum Westpark. Auch wenn der Westpark wunderschön ist, wir tangierten die Parkanlage bisher immer nur ganz am Rande, Hauptanteil waren eigentlich immer nur der An- und Ablaufweg. Dafür bekommen wir neue Highlights hinzu. Scheint eine tolle Alternative zu sein.

Neben dem nostalgischen Müller’sches Volksbad liegt wie immer mein Ausgangspunkt. Als Geheimtipp funktioniert immer noch der kleine Parkplatz in der Zellstraße neben dem Bad. Etwa 25 PKWs finden hier Platz und bisher hatte ich jedesmal das Glück hier parken zu können. So auch heute wieder, mir fällt ein Stein vom Herzen. Parkplatzsuche in München ist nicht unbedingt prickelnd, aber vor allem zeitraubend, auch wenn es im Umkreis einige Parkhäuser gibt. In der Nähe der Parkplätze gibt es ein Toilettenhäuschen, welches auf Höhe der Muffathalle liegt und zugleich auch immer unser Treffpunkt und unser primäres Ziel ist, wo die Uhren am Ende gestoppt werden. Den Start hat Andreas wie gewohnt auf die gegenüberliegende Isarseite, vor St. Lukas gelegt. Die Kirche erreichen wir über den Kabelsteg in etwa 500 Meter Entfernung. Die Strecke ist mit etwa 43 km eh schon großzügig konzipiert, so sparen wir uns eine weitere Erhöhung der Streckenlänge.

Die Wettervorhersage ist für heute eher durchwachsen. Schauer und sogar Gewitter sind uns vorhergesagt. Prompt erwischt uns ein erstes Regenintermezzo auf halben Weg zum Startplatz. Auf der Starterliste stehen 12 Starter, nicht alle haben sich zum Gemeinschaftsstart um 9.25 Uhr eingefunden. Andreas erlaubt auch Frühstarts. So sind heute mit Daniel, Tim und Phillip bereits drei Starter seit den frühen Morgenstunden unterwegs. Letzterer trifft kurz vor unserem Start gerade ein. Er ist die Strecke bereits in entgegengesetzter Richtung gelaufen und beendet hier vor St. Lukas seinen Lauf und darf noch mit aufs Starterfoto. Mit Greppi, Jürgen, Roland, Udo und natürlich den Organisatoren Andreas und Judith sind ansonsten wie immer viele gute Freunde am Start.

Nach Wadenverhärtung und Krankheit bin ich in den letzten 4 Wochen nur mehr sporadisch ein paar Kilometer gelaufen, so rechne ich mir heute eigentlich keine Zielankunft aus, da müsste schon viel passieren. Erst seit gestern haben sich meine Bronchien wieder beruhigt und ich fühle ich mich heute sogar einigermaßen gesund, nachdem ich letztes Wochenende noch meinen Einsatz beim Lake Garda 42 schweren Herzens absagen musste. Für den eigentlich erwarteten Notfall habe ich aber in jedem Fall einen Plan B, C und sogar D im Kopf und vorher etwaige Abkürzungen, bzw. Rückführungen zum Start, genauestens studiert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, heute die komplette Strecke durchzustehen.

Wir warten noch den ersten Regenduscher ab und starten etwa 5 Minuten später als geplant. Judith zählt von 10 runter und los geht’s. Nach ein paar Metern erreichen wir bereits das Maxmonument und die Maximilianstraße. Wenn man in München unterwegs ist, muss man zwangsläufig auch größere Straßen überqueren. Andreas hat diese Überquerungspunkte in Fußgängerunterführungen oder U-Bahn-Verteilergeschosse gelegt, so dass wir hier keinem Verkehr ausgesetzt sind. Dass dies aber gar nicht so easy ist, wird jedem schnell klar, der so unterwegs ist. Die Unterführungen sind weitläufig mit vielen Ausgängen angelegt und das GPS-Signal auf unseren Uhren funktioniert unten nicht mehr. Für den Notfall hat uns Andreas eine Liste der Ein- und Ausgänge vorab mitgeteilt, welche jemals mit Buchstaben versehen sind. Ich habe die Liste zwar dabei, halte mich aber lieber, solange es geht, in der Nähe von Andreas auf, er bringt uns immer zielsicher auf die andere Straßenseite. Erstmals in den Underground geht es am Thomas-Wimmer-Ring.

Mit Hofbräuhaus, Marienplatz und Frauenkirche passieren wir auf den ersten Kilometern bereits echte Münchner Touristenhochburgen. Und es geht so weiter, über die Residenzstraße erreichen wir die Feldherrnhalle und die auffällig gelbe Theatinerkirche St. Kajetan. Bewegungsmäßig ist hier gerade richtig was los, nicht Touristen, sondern auffällig viele Läuferinnen und Läufer mit Startnummer kommen uns heute in der Innenstadt entgegen, allesamt mit Karte in der Hand. München steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Orientierungslaufs, das Ziel des 2. Munich O-Cup 2026 liegt auf dem Odeonsplatz. Von dort biegen wir nach knapp 3 km nach rechts in den Hofgarten ein.

An der Bayerischen Staatskanzlei vorbei, geht es in den Englischen Garten. Wir passieren den Eisbach. Die in die Schlagzeilen geratene Surfwelle ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Am etwas höher gelegenen Monopteros genießen wir die wunderbare Aussicht über den Englischen Garten. Der Tempel im griechischen Stil liegt auf einem 16 Meter hohen Hügel. Wir passieren auf unserem etwa 3,5 km Durchlauf durchs Grüne den Chinesischen Turm und den Kleinhesselloher See. Plan D kann ich schon mal streichen. Der sah vor, mich vom Englischen Garten zur Isar durchzuschlagen und von dort zurück zum Parkplatz, falls mir die Kraft so früh schon ausgeht.

In Schwabing an der Ungererstraße, Höhe Nordfriedhof, steht unser zweiter Untergrundbesuch an. Km 7,8 U-Bahn Nordfriedhof: geradeaus unter der Straße durch, hat uns Andreas gebrieft. Das ist noch relativ einfach. Bis auf Greppi und Jürgen sind wir noch gemeinsam unterwegs, so können wir die Führung immer noch Andreas überlassen.

Am Scheidplatz (Km 10) geht es erneut abwärts, hinunter bei E und hinauf bei F, das war wieder relativ einfach. Direkt danach steht unser erster Aufstieg an, der uns in den Luitpoldpark führt. Der Luitpoldhügel ist 37 Meter hoch und einer der drei großen Schuttabladeplätze für die Trümmer der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häuser Münchens. Bei klarem Wetter hat man gute Sicht auf die Berge, heute beherrschen die Wolken den Horizont, aber es bleibt erstmal trocken und wird auch wärmer. Noch etwas höher als der Aussichtspunkt, steht das Gipfelkreuz aus einer Stele aus grobkörnigem Stahl und einer darauf montierten rechteckigen Bronzeplatte mit Inschrift. Andreas ist in seiner Kindheit im Winter oft hier runtergerodelt, heute muss er langsam machen …das Knie.

Haspelmoor Marathon
Hahnenkammsee MA
Munich Urban Trail A
Munich Urban Trail B


   
 
 
 
Unter dem Petuelring müssen wir 300 Meter im Untergrund verbringen. A abwärts, dann auf D wieder raus, anschließend links über einen Kanal und gleich wieder rechts. Ziemlich tricky ohne GPS-Signal. Ohne Andreas hätten wir vermutlich deutlich länger gebraucht, um den richtigen Ausgang zu finden. Kurz darauf sind wir schon im Olympiapark. Wir steuern direkt auf den Olympiaturm zu, der momentan wegen Sanierung geschlossen ist. Alternativ gibt es mit dem Skylift eine neue Attraktion. Mit vier Gondeln kann man auf eine Höhe von 70 Metern fahren. Auf der Fahrt nach oben wie auch nach unten drehen sich die Gondeln dabei um die eigene Achse und sorgen für eine 360-Grad-Perspektive. Wer es noch etwas aufregender haben will, auf zwei Gondeln ist ein Geländer angebracht, sodass man gegen Aufpreis auf den Kabinen open air fahren kann. 

Unsere neue Route führt uns heuer erstmals an der BMW-Welt vorbei ins ehemalige Olympische Dorf von 1972. Das denkmalgeschützte Ensemble ist ein echter Geheimtipp für Architekturfans. Nach den Spielen wurde es erfolgreich in ein beliebtes Wohngebiet umgewandelt. Das ehemalige Männerdorf im Norden ist heute ein autofreies Wohnviertel, während das Frauendorf als Studentenviertel mit rund 2.000 Wohnplätzen genutzt wird. Hier ist auch unser Eintritt ins Olydorf. Malen ist ausdrücklich erlaubt im Studentendorf. Graffitis und künstlerische Abbildungen auf den Bungalow Fassaden sind allgegenwärtig auf unserem Streifzug durch die teils engen Gassen. Ich muss sagen, da sind echt witzige und ansprechende Kunstwerke dabei, für uns gibt’s viel zu sehen. Von 2007 bis 2010 wurden die Bungalows abschnittsweise abgerissen und neu errichtet. Durch eine Reduzierung der Gebäudebreite von ursprünglich 4,20 m auf 3,15 m stehen nun 1.052 Bungalows statt 800 den Studenten zur Verfügung.

Ein paar Treppen nach oben führt unser Weg ins ehemalige Männerdorf. Unterhalb der ersten terrassenförmig angelegten Hochhausreihe passieren wir es in der Connollystraße, die Hochhäuser schirmen den Lärm der stark befahrenen umliegenden Straßen gut ab. Das höchste Gebäude im Olydorf ist mit 88 Metern Höhe der Olympia Tower. Insgesamt leben heute in dem Wohngebiet etwa 6.100 Bewohnerinnen und Bewohner.

Auf der Hanns-Braun-Brücke überqueren wir den Mittleren Ring und sind zurück im Olympiapark, der für mich immer ein Höhepunkt unserer Runde ist. Die neue Streckenführung führt uns heuer erstmals direkt unter die atemberaubende 74.800 Quadratmeter große Dachlandschaft, das die Olympia-Schwimmhalle, die Olympiahalle und Teile des Olympiastadions sowie die Zwischenwege der Sportstätten überspannt. Die Seilnetze sind an bis zu 80 Meter hohen Pylonen und Stützen aufgehängt und tragen die elastisch aufgehängten, mit Neoprenstreifen abgedichteten, über 12.700 Acrylglas-Platten. 170 Millionen Mark kostete die Konstruktion seiner Zeit. Wer will kann auch mal direkt aufs Dach steigen. Eine Tour führt über das Zeltdach des Olympiastadions. Ein prickelndes Erlebnis mit gigantischen Aussichten. Wird aber während der derzeitigen sanierungsbedingten Schließung des Olympiastadions nicht durchgeführt. 

Rund ein Jahr lang mussten die Architekten nachweisen, dass das Zeltdach wirklich konstruierbar sei, mancher Entscheidungsträger konnte sich kaum vorstellen, dass die Verbindung von Stahl und Acrylglas über 50 Jahre halten kann. Ein ursprünglicher Plan sah sogar vor, das Zeltdach nach den Olympischen Spielen wieder abzubauen. Wie man sieht, das Dach hält auch heute noch und sieht noch immer fantastisch aus, ich würde sagen, sogar futuristisch, trotz seines Alters.

An der Olympiahalle vorbei gelangen wir zur Olympia-Schwimmhalle. Andreas hat den Track direkt durch die Halle gelegt. Von oben kommt man ungehindert durch und kann von einer Aussichtsplattform auf die Badegäste hinunterschauen. Unter dem Zeltdach befindet sich das einzige öffentliche 50-Meter-Indoorbecken der Stadt. Der US-Amerikaner Mark Spitz konnte bei den Spielen 1972 sieben Goldmedaillen gewinnen, jeweils in Weltrekordzeit. Sollte München den Zuschlag für die Olympische Spiele 2036/2040 oder 2044 bekommen, werden hier aber wahrscheinlich keine Schwimmwettkämpfe stattfinden. Das IOC schreibt heutzutage mehr Bahnen vor.

Ja, natürlich kosten unsere Besichtigungen viel Zeit, aber das ist uns wurscht, wir sind ja zum Vergnügen da. Noch gemütlicher als unsere Gruppe, sind Greppi und Jürgen unterwegs, vor ihrer Schleife durchs Olydorf, wappnen sie sich im Biergarten gegen Unterhopfung. Greppi fragt mich, wie es mir geht. Ich habe gar nicht mehr daran gedacht, eigentlich war hier Plan B, der ja prinzipiell auch mein Haupt-Plan A sein sollte, vorgesehen und bedeutet hätte, hier Feierabend zu machen. Aber kleine (Erholungs-)Wunder gibt es immer wieder, ich habe noch überhaupt keine Probleme und laufe natürlich weiter.

Wir umrunden den großen Olympiasee, von wo es hoch geht auf den 56 m hohen Olympiaberg. Entstanden ist er aber nicht erst zu den Olympischen Spielen, sondern wie der Luitpolthügel als Trümmerberg zwischen Ende der Vierzigerjahre und Ende der Fünfzigerjahre. Bis zu den Spielen trug er den deutlich weniger glamourösen Namen: Großer Schuttberg. Was man daraus gemacht hat, ist aber höchst beeindruckend, genauso wie die grandiose Aussicht über den Olympiapark, bis hinein ins Olympiastadion. Wir haben hier 15 km auf der Uhr.
   
   

Zwei Kilometer weiter verlassen wir am futuristischen SAP Garden den Olympiapark. Auf den nächsten Kilometern bekommen wir optisch deutlich weniger geboten. Die Strecke führt uns westwärts am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal entlang, erst am Dante Bad vorbei und anschließend noch durch ein Wohngebiet. Erst an der Südlichen Auffahrtsallee gibt’s wieder was zu sehen. In zwei Kilometer Entfernung liegt Schloss Nymphenburg vor uns. Am Nymphenburger Kanal entlang nähern wir uns mit dem Schloss und der großartigen Parkanlage, einer weiteren touristischen Hochburg von München.

Im 18. Jahrhundert diente sie als Sommerresidenz für die Kurfürsten und Könige von Bayern. Heute ist die 180 Hektar große Anlage mit ihrem Schlosspark die zweitgrößten Grünfläche Münchens und zählt zu den größten Schlössern Deutschlands. Nach einem kurzen Stopp am Hauptgebäude, setzen wir unseren Weg in südlicher Richtung fort. Wir streifen den Schlosspark nur am Rande für 2 km, an einem Durchlass in der Schlossmauer verlassen wir ihn wieder. Die halbe Strecke liegt bereits hinter uns. Ich hätte nie daran gedacht, heute so weit zu kommen und es läuft immer noch problemlos für mich.

Der Hirschgarten liegt nur einige hundert Meter weiter. Im Sommer 1780 ließ Kurfürst Carl Theodor auf dem Areal als eingezäunten Tiergarten anlegen und ihn mit gut hundert Dam- und Edelhirschen besetzen, daher hat er seinen Namen. Seit letztem Jahr hat Andreas einen Trail am Rande des Hirschgartens in die Strecke integriert. Alternativ dürfte aber auch auf dem danebenliegen Weg gelaufen werden. Wir lassen uns den Spaß natürlich nicht nehmen, auch wenn ein paar Hügel dabei zu überqueren sind.

Nach dem Spaß im Grünen sind wir auch schon an der Neuen Postwiese und der ehemaligen Paketposthalle. 2018 verkaufte die Deutsche Post das Gebäude inklusive des umliegenden etwa 100.000 m² großen Grundstücks, das sich jetzt. „PaketPost Areal“ nennt und auf dem zwei 155-Meter-Hochhäuser entstehen sollen, die dann die höchsten Gebäude der Stadt wären. Und es soll auch tatsächlich so kommen. Der Münchner Stadtrat hat im November 2025 in seiner Vollversammlung beschlossen, dass der Bau der Hochhäuser mit rund 1200 Wohnungen genehmigt ist und der Bebauungsplan in Kraft treten kann, nachdem die Beschwerde des Bürgerbegehrens „HochhausSTOP“ zurückgewiesen wurde.

Die geplanten Neubauten rahmen die Paketposthalle an drei Seiten ein. Die zwei Türme mit jeweils einer konkav gewölbten Seite markieren die Paketposthalle an der westlichen Ecke und damit das gesamte Areal. Sie liegen dann, direkt neben unserer Strecke. Bin mal gespannt, ob wir den Bau dann auch live miterleben können, oder ob Andreas Streckenänderungen vornehmen muss, weil hier etwas abgesperrt wird.

Über die Donnersberger Brücke überqueren wir die Gleisanlagen. Hier wird der Munich Urban Trail seiner Namensbezeichnung gerecht, wir tauchen ein in die urbane Welt aus Stahl, Glas und Beton. Schmale Hochhausgassen führen uns von der Brücke runter, bis zum Arnulfsteg in der Maxvorstadt. Andreas denkt über eine Streckenführung näher an den Gleisen nach. Einen Drehwurm bekommen wir fast am Rondell an den Panorama Towers. Nach vielen Bürogebäuden erreichen wir die Hackerbrücke. Mir ist nach einer Breze, so mache ich einen kurzen Stopp am Ihle Backshop. Fast 28 km haben wir bereits geschafft.

Auf der Hackerbrücke überqueren wir wieder den Gleisdschungel, der zum Hauptbahnhof führt. Fast geradeaus geht es zur Theresienwiese. Der Abstecher in den Westpark entfällt, so laufen wir am Rande oberhalb der Wiesn entlang bis zur Bavaria. Hier führt die Straße den Abhang hinunter. Unten erinnert mich Andreas mal auf meinen Track zu sehen. Oh, ich bin tatsächlich falsch gelaufen. Der Track führt noch geradeaus weiter, bis zu den Treppenstufen unterhalb der Bavaria und dann erst auf die Theresienwiese. Pech gehabt, so entgehen mir noch ein paar Fotos von der Bavaria aus nächster Nähe. Die durch die Theresienwiese führenden Straßen haben auch alle Namen. Die Matthias-Pschorr-Straße bringt uns auf die gegenüberliegende Seite. Es geht vorbei am Riesenrad, zwei Festzelten und einigen Ständen, in München feiert man gerade über drei Wochen das 60. Jubiläum des Frühlingsfestes.

Am Goetheplatz müssen wir wieder abtauchen. A rein, D raus, lautet hierfür Andreas schriftliche Anweisung für den nächsten Undergroundbesuch. Wir sind immer noch gemeinsam unterwegs, so orientieren wir uns wieder an Andreas. Auch wenn sich zwischenzeitlich immer mal Abstände ergeben haben, irgendwann schieben diese sich wieder zusammen. Nach 32 km lassen wir die Wohngebiete wieder einmal hinter uns, es beginnt unser südlicher Abschnitt durch die Isarauen. Auf Schotter- und Waldwegen bewegen wir uns Isaraufwärts.

Am Flaucher Biergarten ist heute wenig los, obwohl das Wetter für uns zum Laufen recht angenehm ist, scheuen die Ausflügler noch das Gastroangebot. Heuer führt unser Streckenverlauf noch nicht direkt an der Isar entlang, aber Andreas hat da schon wieder die Idee einer kleinen Korrektur. So soll der Flauchersteg nächstes Jahr in den Kurs eingebunden werden. Mit Flussrinnen, dynamischen Kiesbänken und Schwemmholz macht die Isar am Flaucher ihrem Charakter als Wildwasserfluss alle Ehre, da wird er bestimmt einen interessanten Abstecher finden. Der Name Flaucher geht im Übrigen zurück auf eine Gastwirtschaft, die der Schankwirt Johann Flaucher um 1870 in einem Haus am westlichen Isarufer eröffnet hatte.

Am Isarwerkkanal geht es weiter südwärts bis zum Marienklausensteg. Eine öffentliche Wasserstelle bietet wieder die Möglichkeit, Wasser nachzufüllen, wovon auch die meisten Gebrauch machen. Wir überqueren den Kanal und anschließend die Isar am südlichen Ende vom Tierpark Hellabrunn. Nach der Marienklause stehen uns bis ins Ziel noch vier Anstiege auf das östliche Isarhochufer bevor. Allesamt nicht so lang, aber 15 - 20 steile Höhenmeter sind am Ende eines Marathons schon spürbar.

Nach ziemlich genau 40 km erreichen wir das Sechzger-Stadion an der Grünwalder Straße in Gießing. Bereits seit einigen Minuten wird der Himmel immer dunkler und hier entlädt sich ein kräftiger Regenguss über uns. Das hätte es jetzt auch nicht mehr gebraucht. Innerhalb ein paar Minuten sind wir durchgeweicht. Anhalten und unterstellen will sich scheinbar auch keiner mehr. Ok, dann Augen zu und durch. Nach einer viertel Stunde ist auch alles wieder vorbei, aber wir sind halt jetzt nass bis auf die Haut.

Am Mariahilfplatz sind bereits die Buden für die Auer Dult aufgebaut. Dreimal im Jahr lassen rund 250 Stände, Autoscooter, Kettenflieger und Sonstiges die Herzen der Dultfans höherschlagen. Wir laufen direkt durch eine Ladenstraße, zum Glück wird die Maidult erst nächsten Freitag eröffnet, so kommen wir ungehindert durch die schmale Passage. Unmittelbar danach steht unser finaler Aufstieg zur Hochstraße hinauf an. Die letzten fünfhundert Meter vor unserem vereinbarten Ziel geben dann alle nochmal richtig Gas. Die letzten Meter führen uns noch direkt ans Isarufer mit viel Fahrradverkehr und bis zur Muffathalle. Dass ich diese heute erreiche, hätte ich mir nicht träumen lassen, umso begeisterter bin ich im Ziel.

Die neue Streckenführung durch das Olympische Dorf zählt für mich nochmal zu einer deutlichen Aufwertung an Attraktivität des MUCUT. So zählt er weiterhin zum schönsten Rundkurs durch München den man erlaufen kann und dabei fast kein Highlight der Stadt auslässt. Ich freue mich schon auf die nächste Auflage 2027. Da gibt es dann vermutlich wieder einige kleine Streckennoptimierungen.
   
 
 
Bernie
Greppi
6:30:17
9:17:18
 
 
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